Versteckte Anfänge: Warum der Blick unter den Dachvorsprung jetzt den Sommer rettet (19.01.2026)

Quelle: velutina-army.de

Während die Natur im Juni voll erblüht, fes­tigt eine inva­sive Art ihre Präsenz in unser­er Region: Die Asi­atis­che Hor­nisse (Ves­pa veluti­na). Bevor die Völk­er im Hochsom­mer in die Baumwipfel abwan­dern, bauen sie kleine „Primärnester“ in Boden­nähe. Der Imk­ervere­in Alb­bruck ruft nun die Bevölkerung zur aktiv­en Mith­il­fe auf – denn wer jet­zt genau hin­schaut, leis­tet einen entschei­den­den Beitrag zum Arten­schutz. Die Asi­atis­che Hor­nisse ist gekom­men, um zu bleiben. Doch wie stark sie sich aus­bre­it­et, hängt maßge­blich davon ab, wie früh ihre Nester ent­deckt wer­den. Bere­its jet­zt, im Jan­u­ar wer­den erste König­in­nen gesichtet, vorzugsweise an Stellen, in denen sich schon im Vor­jahr Nester befun­den haben. Im Früh­jahr befind­et sich die Entwick­lung der Kolonien in ein­er kri­tis­chen Phase: Die aus dem Win­ter­schlaf erwacht­en König­in­nen haben ihre ersten Arbei­t­erin­nen aufge­zo­gen. Die noch kleinen Völk­er bewohnen nun soge­nan­nte Primärnester.

Suche in Augen­höhe

„Diese ersten Nester sind zu diesem Zeit­punkt noch klein, etwa so groß wie ein Ten­nis­ball oder eine Grape­fruit“, erk­lärt Her­bert Gram­sch, Fachkraft für Mon­i­tor­ing und Bekämp­fung der Asi­atis­chen Hor­nisse. Das Beson­dere: Im Gegen­satz zu den späteren, riesi­gen Sekundärnestern, die meist in über 20 Metern Höhe in Baumkro­nen hän­gen, befind­en sich die Primärnestern oft an geschützten, vom Men­schen geschaf­fe­nen Stellen oder in niedriger Veg­e­ta­tion.

Typ­is­che Fun­dorte, an denen jed­er fündig wer­den kön­nte, sind:

  • Geschützte Nis­chen: Unter Dachvor­sprün­gen von Garten­hüt­ten, Car­ports oder auf Dachbö­den.
  • Hohlräume: In ungenutzten Nistkästen, Gar­ten­truhen oder hin­ter Fas­saden­verklei­dun­gen.
  • Niedriges Gebüsch: In dicht­en Heck­en oder Sträuch­ern, oft in Augen­höhe.

Erken­nungsmerk­male: Dun­kler Kör­p­er, gelbe Beine

Um Ver­wech­slun­gen mit der streng geschützten heimis­chen Hor­nisse (Ves­pa crabro) zu ver­mei­den, hil­ft ein genauer Blick auf die Optik. Die Asi­atis­che Hor­nisse ist etwas klein­er und wirkt ins­ge­samt deut­lich dun­kler. Ihr Kör­p­er ist fast schwarz, mit ein­er bre­it­en orange-gel­ben Binde am Ende des Hin­ter­leibs. Das markan­teste Merk­mal sind jedoch die Beine: Diese sind an den Spitzen leuch­t­end gelb gefärbt – als trage das Insekt „gelbe Sock­en“.

Wichtige Sicher­heit­shin­weise: Beobacht­en, nicht ein­greifen

Der Umgang mit der inva­siv­en Art erfordert Sachver­stand. Die Experten beto­nen dabei eine wichtige Unter­schei­dung im Ver­hal­ten der Tiere:

  • Außer­halb des Nestes: Auf der Suche nach Nek­tar oder Beute ist die Asi­atis­che Hor­nisse generell sehr fried­fer­tig und eher scheu. Einzel­sich­tun­gen an Blüten oder im Garten sind kein Grund zur Besorg­nis; die Tiere kön­nen hier meist in Ruhe beobachtet und fotografiert wer­den.

Wichtig: Nester dür­fen unter keinen Umstän­den in Eigen­regie ent­fer­nt wer­den! Laien­hafte Ver­suche mit Wasser­strahlen oder Insek­tengift provozieren heftige Abwehrreak­tio­nen und lösen das Prob­lem meist nicht nach­haltig, da die Köni­gin flücht­en und an ver­steck­ter Stelle neu grün­den kann. Das Man­age­ment ist auss­chließlich Auf­gabe von zer­ti­fizierten Spezial­is­ten mit entsprechen­der Schutzaus­rüs­tung.

So melden Sie einen Fund:

Jedes ent­deck­te und sachgemäß ent­fer­nte Grün­dungsnest ver­hin­dert die Entste­hung ein­er großen Kolonie im Spät­som­mer, die hun­derte neue König­in­nen her­vor­brin­gen kann! Bürg­er, die ein Nest oder ein verdächtiges Tier ent­deck­en, wer­den gebeten, (ide­al­er­weise mit Foto) eine Mel­dung zu machen.

Kon­takt für Fund­mel­dun­gen:

  • Ansprech­part­ner: Her­bert Gram­sch Email: info-at-alb-biene.de

Gemein­sam schützen wir unsere heimis­che Insek­ten­welt!


In den Bienen­stöck­en herrscht noch Win­ter­ruhe, aber im Imk­ervere­in laufen die Pro­jek­te für das neue Jahr bere­its an:

• Die Veluti­na-AG informiert Schulen, Kindergärten und Gemein­den über das Auftreten der Ves­pa Veluti­na in unser­er Raum­schaft und wie die Men­schen sich vor­bere­it­en kön­nen (s.o.). Zudem gehen wir in die Beschaf­fung der notwendi­gen Aus­rüs­tung zur Nes­tent­fer­nung: Ange­bote für Lanze, Dampf­gen­er­a­tor, Sauger und Druck­luft wer­den einge­holt und geprüft.

• Unser Lehrbi­enen­stand wird sich weit­er entwick­eln, das Schwarzwald­haus nimmt Gestalt an und der Lehr- und Sin­nenpfad zeigt erste Auf­baut­en.

• Auch in 2026 möcht­en wir einen Ein­führungskurs zur Bienen­hal­tung durch­führen, dazu gibts auch bald Näheres.

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