Besonderes Augenmerk gilt Holzstapeln mit Brennholz und generell allen Arbeiten mit Holz und Stämmen. Auch erste Gartenarbeiten bitte mit großer Aufmerksamkeit durchführen und Tiere melden und ausschalten. (Aber bitte nur Vespa Velutina!). Insbesondere dort achtgeben, wo im letzten Jahr ein Nest gesehen wurde — oder jetzt noch das ausgestorbene Sekundärnest im Baum hängt. Im Umkreis von ca. 250m ist mit Jungköniginnen in Winterruhe zu rechnen! Später, wenn sie wach sind und auf Nestgründung gehen, können sie beträchtlich Entfernungen zurücklegen. Also: jetzt sind die Erfolge am Nachhaltigsten. Jede gefundene Jungkönigin erspart uns viele Probleme und Arbeit!
Im Hotzenwald findet sich zur Zeit eine Gruppe von Personen, die sich zur Nestsuche und ‑entfernung zusammenschliessen. Wissen wird ausgetauscht, Materialien und Beratung sind in Vorbereitung. Und natürlich freuen wir uns über weitere MitstreiterInnen.
Während die Natur im Juni voll erblüht, festigt eine invasive Art ihre Präsenz in unserer Region: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Bevor die Völker im Hochsommer in die Baumwipfel abwandern, bauen sie kleine „Primärnester“ in Bodennähe. Der Imkerverein Albbruck ruft nun die Bevölkerung zur aktiven Mithilfe auf – denn wer jetzt genau hinschaut, leistet einen entscheidenden Beitrag zum Artenschutz. Die Asiatische Hornisse ist gekommen, um zu bleiben. Doch wie stark sie sich ausbreitet, hängt maßgeblich davon ab, wie früh ihre Nester entdeckt werden. Bereits jetzt, im Januar werden erste Königinnen gesichtet, vorzugsweise an Stellen, in denen sich schon im Vorjahr Nester befunden haben. Im Frühjahr befindet sich die Entwicklung der Kolonien in einer kritischen Phase: Die aus dem Winterschlaf erwachten Königinnen haben ihre ersten Arbeiterinnen aufgezogen. Die noch kleinen Völker bewohnen nun sogenannte Primärnester.
Suche in Augenhöhe
„Diese ersten Nester sind zu diesem Zeitpunkt noch klein, etwa so groß wie ein Tennisball oder eine Grapefruit“, erklärt Herbert Gramsch, Fachkraft für Monitoring und Bekämpfung der Asiatischen Hornisse. Das Besondere: Im Gegensatz zu den späteren, riesigen Sekundärnestern, die meist in über 20 Metern Höhe in Baumkronen hängen, befinden sich die Primärnestern oft an geschützten, vom Menschen geschaffenen Stellen oder in niedriger Vegetation.
Typische Fundorte, an denen jeder fündig werden könnte, sind:
Geschützte Nischen: Unter Dachvorsprüngen von Gartenhütten, Carports oder auf Dachböden.
Hohlräume: In ungenutzten Nistkästen, Gartentruhen oder hinter Fassadenverkleidungen.
Niedriges Gebüsch: In dichten Hecken oder Sträuchern, oft in Augenhöhe.
Um Verwechslungen mit der streng geschützten heimischen Hornisse (Vespa crabro) zu vermeiden, hilft ein genauer Blick auf die Optik. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner und wirkt insgesamt deutlich dunkler. Ihr Körper ist fast schwarz, mit einer breiten orange-gelben Binde am Ende des Hinterleibs. Das markanteste Merkmal sind jedoch die Beine: Diese sind an den Spitzen leuchtend gelb gefärbt – als trage das Insekt „gelbe Socken“.
Wichtige Sicherheitshinweise: Beobachten, nicht eingreifen
Der Umgang mit der invasiven Art erfordert Sachverstand. Die Experten betonen dabei eine wichtige Unterscheidung im Verhalten der Tiere:
Außerhalb des Nestes: Auf der Suche nach Nektar oder Beute ist die Asiatische Hornisse generell sehr friedfertig und eher scheu. Einzelsichtungen an Blüten oder im Garten sind kein Grund zur Besorgnis; die Tiere können hier meist in Ruhe beobachtet und fotografiert werden.
In Nestnähe: Hier schaltet das Volk auf Verteidigung um. Werden Nester durch Erschütterungen oder eine Annäherung auf unter drei bis fünf Meter gestört, sind die Hornissen äußerst verteidigungsbereit.
Wichtig: Nester dürfen unter keinen Umständen in Eigenregie entfernt werden! Laienhafte Versuche mit Wasserstrahlen oder Insektengift provozieren heftige Abwehrreaktionen und lösen das Problem meist nicht nachhaltig, da die Königin flüchten und an versteckter Stelle neu gründen kann. Das Management ist ausschließlich Aufgabe von zertifizierten Spezialisten mit entsprechender Schutzausrüstung.
So melden Sie einen Fund:
Jedes entdeckte und sachgemäß entfernte Gründungsnest verhindert die Entstehung einer großen Kolonie im Spätsommer, die hunderte neue Königinnen hervorbringen kann! Bürger, die ein Nest oder ein verdächtiges Tier entdecken, werden gebeten, (idealerweise mit Foto) eine Meldung zu machen.
Kontakt für Fundmeldungen:
Meldeportal: Website alb-biene.de (Wir leiten die Meldung weiter an zuständige Behörden und beraten Sie über weitere Massnahmen)
Gemeinsam schützen wir unsere heimische Insektenwelt!
In den Bienenstöcken herrscht noch Winterruhe, aber im Imkerverein laufen die Projekte für das neue Jahr bereits an:
• Die Velutina-AG informiert Schulen, Kindergärten und Gemeinden über das Auftreten der Vespa Velutina in unserer Raumschaft und wie die Menschen sich vorbereiten können (s.o.). Zudem gehen wir in die Beschaffung der notwendigen Ausrüstung zur Nestentfernung: Angebote für Lanze, Dampfgenerator, Sauger und Druckluft werden eingeholt und geprüft.
• Unser Lehrbienenstand wird sich weiter entwickeln, das Schwarzwaldhaus nimmt Gestalt an und der Lehr- und Sinnenpfad zeigt erste Aufbauten.
• Auch in 2026 möchten wir einen Einführungskurs zur Bienenhaltung durchführen, dazu gibts auch bald Näheres.
Unser Nestentferner hat sein Zertifikat erhalten
Nach den erforderlichen Online-Schulungen und erster Erfahrung bei Nestentfernungen hat der ’Velutina-Beauftragte’ unseres Vereins, Herbert Gramsch, sein Zertifikat in Empfang genommen und steht nun auf der Liste der offiziellen Nestentferner des Landes Baden-Württemberg. Wir sind also gerüstet für das Jahr 2026 — oder zumindest beinahe…
Nun steht die Anschaffung der erforderlichen Ausrüstung an, damit wir Primär- und Sekundärnester wirksam bekämpfen können. Der Angebote gibt es mittlerweile viele und alle Systeme haben spezifische Vor- und Nachteile, eine Beschäftigung für lange Winterabende. Und die Abwägung, was können wir selber bauen und an welchen Ausgaben kommen wir nicht vorbei. Nur eines ist gewiss: Bis die ersten Velutinas in 2026 auftauchen, werden wir wissen, wie wir dagegen vorgehen werden und wie wir unsere Bienen so gut wie möglich schützen können…
MitgliederAward der Gestalterbank 2025 für die Region Rhein-Wehra
Herzlichen Dank an die Mitglieder der Region ‘Volksbank Rhein-Wehra / Die Gestalterbank’! Mit Eurem Votum für unser Projekt zu den Themen Stärkung der heimischen Biodiversität und Bildung habt Ihr uns auf den ersten Rang für den MitgliederAward gebracht. In der Preisverleihung am 12.11.2025 in Gutach auf den Vogtsbauernhöfen durften wir diese Auszeichnung entgegennehmen — und freuen uns ganz außerordentlich darüber. Vielen Dank für Eure Stimme! Stärkung und Schutz der heimischen Biodiversität werden wichtiger denn je, und mit unserem Konzept und Engagement in Sachen Bekämpfung der Asiatischen Hornisse tragen wir nicht nur zum Schutz der Honigbienen bei sondern helfen einer großen Anzahl an bestäubenden Insekten, die für alle Pflanzen auch in der Landwirtschaft unverzichtbar sind. Die Kenntnis um Zusammenhänge und Natur und die Wechselwirkungen auf den Menschen möchten wir schon sehr früh nachvollziehbar machen und setzen uns für eine Zusammenarbeit mit der Schule ein, bei der sich an der Schule eine eigenständige Bienen- und Umwelt-AG aufbaut.
Ab sofort ist in der ZG Albbruck, Eisenbahnstrasse 24 in 79774 Albbruck der Honig des Imkervereins Albbruck zu erwerben. Unsere Bienen waren ja in diesem Jahr schon tüchtig und haben eine Menge Honig eingetragen, den wir nun u.a. über die ZG verkaufen.
Nestentfernung von drei Nestern mittels Lanze/Aktivkohle 25.09.2025
Zwei Nester in Bad Säckingen, ein Nest in Hasel wurden mittels Lanze und dem Einbringen von Aktivkohle zunächst neutralisiert, zerstört und die Tiere getötet.
Der Ablauf ist hier beschrieben, prinzipiell sind wir dreimal entsprechend vorgegangen.
Aber natürlich ging es nicht so glatt wie in der Anleitung beschrieben. Wir haben sehr wichtige Erkenntnisse gewonnen, da jedes Nest anders war…Hier also eine lose Folge von Stichpunkten und Lösungsansätzen dazu:
Wenn irgendmöglich, 2–3 Personen im Einsatz: 1. Person führt die Lanze durch den Baum, 2. Person steht etwas abseits und dirigiert den Kopf der Lanze (evtl. mit Sprechfunk/Earset Handy), da man im Anzug ggf. schlecht hört. 3. Person bedient Peripherie (Druckluft, Kohlebehälter, Schlauchverbindungen und bedient die Sprühpistole). Sehr gute Hilfe dürfte das WiFi-Kameraset sein, mit dem sich gut kontrollieren läßt, wo sich die Lanzenspitze gerade befindet und sich das Geschehen am Nest gut einsehen läßt.
Anzug: Vorher ggf. Toilette aufsuchen, geht mit Anzug nicht mehr. Partnerhilfe bei Reißverschlüssen, Stulpen und Gamaschen. Bei sommerlichen Temperaturen Kragenventilator anlegen.
XORSA-Anzug: Visier beschlägt sehr leicht, besser Chemielaborbrille und Antibeschlagspray nutzen. Helm bedingt brauchbar, da schlechte Verbindung mit Kopf, er rutscht sehr schnell vorwärts über die Augen, Arbeiten mit Sicht nach oben fast nicht möglich. Nutze künftig meinen Kletterhelm mit stabiler Riemenführung und Laborbrille.
Bei der Kombination der Lanze mit zwei erforderlichen Verlängerungen (1. Nest war sehr hoch), war der Druckluftschlauch in Verlängerung nicht dicht zu bekommen, das hat uns ca. eine Stunde Zeit gekostet, bis eine Lösung mit Panzerband und viel Murks gefunden war. -> Unbedingt im Vorfeld die Ausrüstung kontrollieren, evtl. Schlauch mit ausreichender Länge vorab beschaffen (30m!)
Bei Montage der Lanze sorgfältig auf Stabilität der Verbindungen achten. Da diese überstehen verhaken sie sich gerne in kleinen Ästen. Bei Künstlerpech trennt sich die Lanze und das obere Teil hängt irgendwo oben im Baum.
Nest im unteren Bereich oder am Flugloch bis zur Mitte anstechen, mit Eintrag beginnen, des Weiteren Lanze verschieben um möglichst alle Bruttellerebenen zu erreichen.
Während des Aktivkohleeintrags Behälter ständig leicht schütteln (Verstopfungsgefahr mit langwieriger Behebung und reichlich Sauerei…)
Nach erster Behandlung ca. 15min warten, bis umherfliegende Tiere zum Nest zurückgekehrt sind, dann Vorgang wiederholen.
Vor der Behandlung am Boden Plane auslegen, auf die die Tiere herabfallen (mit Haube!) Tiere zertreten und/oder mit Staubsauger einsaugen. Durch Öffnen der größeren Tiere und Ausdrücken kontrollieren, ob bzw. wie hoch die Anzahl der Jungköniginnen ist. Da auch Parallelbetrieb von Primär- und Sekundärnest möglich ist, evtl. die Königin suchen, dürfte aber sehr schwierig sein.
Nach weiteren 15min mit der Zerstörung des Nestes beginnen. Mit dem entsprechenden Aufsatz das Nest zerreißen, am Boden liegende Trümmer zerlegen und die Wabenteller auf Stifte, Maden, Arbeiterinnen‑, Drohnen- und Königinnenzellen untersuchen. In den Teilen können sich noch sehr viele Tiere befinden! Nestgröße und ‑belegung dokumentieren (Anzahl und Durchmesser Wabenteller). So viel wie möglich vom Nest entfernen um eine Rückkehr und ein Notnest zu verhindern.
Reste in Staubsaugerbeutel sammeln (Achtung, das nichts im Schlauch sitzt!), in Behälter verfrachten (durchsichtiger Deckel zur Kontrolle), Abtöten der Tiere (Gefriertruhe, CO2, acetonfreier Nagellackentferner, 1Liter ca. 11.-€)
Ausrüstung reinigen, Aktivkohlereste gut beseitigen!
Einsatz dokumentieren
Vor dem Einsatz Kostenübernahme ansprechen (Richtwert: 85€ / Stunde / Person)
Die Kinder der Ferienaktion beobachten die Bienen auf unserem Bienenstand
”Wieviele Bienen leben hier in diesem Bienenstock?” Solche und viele andere Fragen konnten Patricia Gottstein, Wolfgang Ebner und Joachim Mutter am Mittwoch, 13. August bei der diesjährigen ’Ferienmaus’ — Aktion beim Lehrbienenstand des Imkervereins in Albbruck-Schachen beantworten.
Nachdem die Eltern ihre Kinder auf 10:00 Uhr zum überdachten Vereinsplatz gebracht hatten, begann Patricia mit einem spannenden Vortrag, in dem sie den Kindern das vielfältige Leben und ihre zahlreichen Aufgaben im ’Bienenstaat’ mit ihrer Königin anschaulich erzählte. Putzen, Füttern, Heizen, Kühlen, Honig trocknen, Wasser holen, Waben bauen, Wache halten und — endlich — Nektar und Pollen sammeln um Honig und Futtervorräte für kalte Tage und den Winter anzulegen, all dies sind nur die wichtigsten Aufgaben im Leben einer Biene!
Im zweiten Teil kam der Mensch ins Spiel, der als ImkerIn den Bienen ein Zuhause und Hilfe im Kampf gegen Krankheiten und Milben bietet. Die Honigernte ist zwar eine Art ’Diebstahl’, doch erhalten die Bienen dafür im Austausch einen Weizensirup, mit dem sie den Winter gut überstehen.
Mit der Besichtigung der Imkerausrüstung wie Stockmeisel, Schleier und Räucherkanne und Ausrüstung wie Waben und Magazin ging es weiter, anschließend zog die gesamte Gruppe – nun mit Schutzanzügen ausgestattet – mit Wolfgang zum neu gestalteten Lehrbienenstand. Dort konnten die Kinder Arbeiterinnen, Drohnen und natürlich auch die Königin im Schaukasten beobachten. Wolfgang beantwortete jede einzelne Frage geduldig und fachkundig – ein echtes Erlebnis!
Zurück am Vereinsheim gab es zur Stärkung frischen Hefezopf mit Butter und Honig, liebevoll von Imen vorbereitet. Alle Kinder ließen es sich schmecken und konnten so das leckere Ergebnis der Arbeit unserer Bienen erfahren.
Zum Abschluss hatte Patricia noch ein Kreuzworträtsel und eine Malvorlage vorbereitet, die die Kinder mit großem Eifer ausfüllten.
Gegen 12:00 Uhr wurden die glücklichen und stolzen Kinder von ihren Eltern wieder abgeholt – ausgestattet mit kleinen Geschenken und einem Glas Honig als Erinnerung an diesen besonderen Tag.
Achja: In einem Bienenvolk leben bist zu 60.000 Bienen…
Unser Ehrenmitglied Ernst Danner verstarb am 28.05.2025 und hinterlässt eine große Lücke.
Am Mittwoch, 28.05.2025 verstarb letztlich unerwartet Ernst auf seinem Bienenstand beim Weihermatthof in Dogern. In vielen Jahren als Imker und Vorstand des Imkervereins Albbruck hat er zahllose Menschen geprägt und der wundervollen Welt der Bienen auf unnachahmliche Art nahegebracht. Sein Fachwissen, seine tiefe Kenntnis von Natur und ihren Zusammenhängen hat uns beeindruckt und oftmals die Augen geöffnet. Vielen Jungimkern stand er als Imkerpate zur Seite (auch dem Admin der Website). Mit seiner ruhigen und liebevollen Art war Ernst ein zentraler Mensch im Verein, den man jederzeit um Rat und Hilfe fragen konnte. Gemeinsam mit seiner Frau Cilli war er Herz und Seele des Imkervereins. Er wird uns sehr fehlen, sein Andenken werden wir in unseren Herzen und auf unserem Lehrbienenstand in Schachen wahren und seine Liebe und Leidenschaft weitergeben.
Damit hatten wir nicht gerechnet: Der Imkerverein Albbruck wurde von einer Jury auch in diesem Jahr in die Vereinsförderung von Sparkasse Hochrhein und dem Südkurier miteinbezogen! Bei der Förderpreisübergabe am 06.05. in der Sparkasse Hochrhein haben wir weiche Knie bekommen, als wir die Höhe des Betrags erfahren haben. Wir hatten uns mit unserem Engagement zur Vespa Velutina beworben und freuen uns über diese Unterstützung. Wir werden weiter darüber berichten.