Quelle: velutina-army.de
Während die Natur im Juni voll erblüht, festigt eine invasive Art ihre Präsenz in unserer Region: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Bevor die Völker im Hochsommer in die Baumwipfel abwandern, bauen sie kleine „Primärnester“ in Bodennähe. Der Imkerverein Albbruck ruft nun die Bevölkerung zur aktiven Mithilfe auf – denn wer jetzt genau hinschaut, leistet einen entscheidenden Beitrag zum Artenschutz. Die Asiatische Hornisse ist gekommen, um zu bleiben. Doch wie stark sie sich ausbreitet, hängt maßgeblich davon ab, wie früh ihre Nester entdeckt werden. Bereits jetzt, im Januar werden erste Königinnen gesichtet, vorzugsweise an Stellen, in denen sich schon im Vorjahr Nester befunden haben. Im Frühjahr befindet sich die Entwicklung der Kolonien in einer kritischen Phase: Die aus dem Winterschlaf erwachten Königinnen haben ihre ersten Arbeiterinnen aufgezogen. Die noch kleinen Völker bewohnen nun sogenannte Primärnester.

Suche in Augenhöhe
„Diese ersten Nester sind zu diesem Zeitpunkt noch klein, etwa so groß wie ein Tennisball oder eine Grapefruit“, erklärt Herbert Gramsch, Fachkraft für Monitoring und Bekämpfung der Asiatischen Hornisse. Das Besondere: Im Gegensatz zu den späteren, riesigen Sekundärnestern, die meist in über 20 Metern Höhe in Baumkronen hängen, befinden sich die Primärnestern oft an geschützten, vom Menschen geschaffenen Stellen oder in niedriger Vegetation.
Typische Fundorte, an denen jeder fündig werden könnte, sind:
- Geschützte Nischen: Unter Dachvorsprüngen von Gartenhütten, Carports oder auf Dachböden.
- Hohlräume: In ungenutzten Nistkästen, Gartentruhen oder hinter Fassadenverkleidungen.
- Niedriges Gebüsch: In dichten Hecken oder Sträuchern, oft in Augenhöhe.
Erkennungsmerkmale: Dunkler Körper, gelbe Beine
Um Verwechslungen mit der streng geschützten heimischen Hornisse (Vespa crabro) zu vermeiden, hilft ein genauer Blick auf die Optik. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner und wirkt insgesamt deutlich dunkler. Ihr Körper ist fast schwarz, mit einer breiten orange-gelben Binde am Ende des Hinterleibs. Das markanteste Merkmal sind jedoch die Beine: Diese sind an den Spitzen leuchtend gelb gefärbt – als trage das Insekt „gelbe Socken“.
Wichtige Sicherheitshinweise: Beobachten, nicht eingreifen
Der Umgang mit der invasiven Art erfordert Sachverstand. Die Experten betonen dabei eine wichtige Unterscheidung im Verhalten der Tiere:
- Außerhalb des Nestes: Auf der Suche nach Nektar oder Beute ist die Asiatische Hornisse generell sehr friedfertig und eher scheu. Einzelsichtungen an Blüten oder im Garten sind kein Grund zur Besorgnis; die Tiere können hier meist in Ruhe beobachtet und fotografiert werden.
- In Nestnähe: Hier schaltet das Volk auf Verteidigung um. Werden Nester durch Erschütterungen oder eine Annäherung auf unter drei bis fünf Meter gestört, sind die Hornissen äußerst verteidigungsbereit.
Wichtig: Nester dürfen unter keinen Umständen in Eigenregie entfernt werden! Laienhafte Versuche mit Wasserstrahlen oder Insektengift provozieren heftige Abwehrreaktionen und lösen das Problem meist nicht nachhaltig, da die Königin flüchten und an versteckter Stelle neu gründen kann. Das Management ist ausschließlich Aufgabe von zertifizierten Spezialisten mit entsprechender Schutzausrüstung.

So melden Sie einen Fund:
Jedes entdeckte und sachgemäß entfernte Gründungsnest verhindert die Entstehung einer großen Kolonie im Spätsommer, die hunderte neue Königinnen hervorbringen kann! Bürger, die ein Nest oder ein verdächtiges Tier entdecken, werden gebeten, (idealerweise mit Foto) eine Meldung zu machen.
Kontakt für Fundmeldungen:
- Meldeportal: Website alb-biene.de (Wir leiten die Meldung weiter an zuständige Behörden und beraten Sie über weitere Massnahmen)
- Ansprechpartner: Herbert Gramsch Email: info-at-alb-biene.de
Gemeinsam schützen wir unsere heimische Insektenwelt!
In den Bienenstöcken herrscht noch Winterruhe, aber im Imkerverein laufen die Projekte für das neue Jahr bereits an:
• Die Velutina-AG informiert Schulen, Kindergärten und Gemeinden über das Auftreten der Vespa Velutina in unserer Raumschaft und wie die Menschen sich vorbereiten können (s.o.). Zudem gehen wir in die Beschaffung der notwendigen Ausrüstung zur Nestentfernung: Angebote für Lanze, Dampfgenerator, Sauger und Druckluft werden eingeholt und geprüft.
• Unser Lehrbienenstand wird sich weiter entwickeln, das Schwarzwaldhaus nimmt Gestalt an und der Lehr- und Sinnenpfad zeigt erste Aufbauten.
• Auch in 2026 möchten wir einen Einführungskurs zur Bienenhaltung durchführen, dazu gibts auch bald Näheres.

